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Warum Mitarbeiter keine Verantwortung übernehmen – und warum Motivation meist nicht das Problem ist

Warum Mitarbeiter keine Verantwortung übernehmen – und warum Motivation meist nicht das Problem ist 

Es gibt Erkenntnisse, die tun erst einmal weh. 

Es gibt Sätze, die höre ich in fast jedem Unternehmen, das ich begleite. 

„Meine Mitarbeiter übernehmen einfach keine Verantwortung.“ 

Fast immer folgt unmittelbar danach ein zweiter Satz. 

„Ihnen fehlt einfach die Motivation.“ 

Ich kann diese Gedanken gut nachvollziehen. Nicht, weil ich sie heute noch teile. Sondern weil ich sie selbst viele Jahre gedacht habe. 

Auch ich habe Abende erlebt, an denen ich allein im Büro saß und mich fragte, warum eine Aufgabe schon wieder nicht erledigt worden war. Ich verstand nicht, weshalb Projekte liegen blieben, obwohl sie aus meiner Sicht eindeutig erklärt worden waren. Ich ärgerte mich über Rückfragen, über Fehler und darüber, dass ich am Ende vieles doch wieder selbst erledigte. 

Damals war ich überzeugt, dass das eigentliche Problem mangelnde Motivation sei. 

Heute weiß ich, dass ich mich geirrt habe. 

Mit etwas Abstand erkenne ich heute, dass ich meinen Mitarbeitern etwas unterstellt hatte, was sie gar nicht leisten konnten. Ich erwartete von ihnen Entscheidungen auf Grundlage eines Wissens, das sie nie hatten. In meinem Kopf war jedes Projekt längst ein vollständiges Bild. Ich kannte den Kunden, die Vorgeschichte, frühere Fehler, Absprachen und Zusammenhänge. Für mich war vollkommen logisch, warum wir etwas auf genau diese Weise umsetzen wollten. 

Mein Mitarbeiter bekam davon häufig nur einen kleinen Ausschnitt. Und trotzdem erwartete ich, dass er dieselben Schlüsse zieht wie ich. Heute frage ich mich manchmal, wie meine Mitarbeiter damals überhaupt erfolgreich arbeiten konnten. Nicht, weil sie schlecht waren. Sondern weil ich sie mit Annahmen arbeiten ließ. 

Der gefährlichste Satz im Unternehmen lautet: „Das müsste doch klar gewesen sein.“ 

Je länger ich Unternehmer begleite, desto häufiger begegnet mir genau dieses Muster. 

Unternehmer überschätzen oft die Klarheit ihrer Kommunikation. Nicht aus Arroganz. Sondern weil sie tief im Unternehmen stecken. 

Sie führen seit Jahren Kundengespräche. Sie kennen jede Geschichte hinter einer Entscheidung. Sie wissen, warum Prozesse entstanden sind. Sie haben unzählige Erfahrungen gesammelt und treffen deshalb viele Entscheidungen intuitiv. 

Was für sie selbstverständlich geworden ist, bleibt für andere unsichtbar. 

Genau hier beginnt eines der größten Missverständnisse in inhabergeführten Unternehmen. Der Unternehmer glaubt, er habe alles erklärt. Der Mitarbeiter glaubt, alles verstanden zu haben. 

Beides stimmt. Und trotzdem sprechen beide über unterschiedliche Bilder. Das eigentliche Problem entsteht nicht in der Kommunikation. Es entsteht in den Annahmen. Wir glauben, etwas gesagt zu haben. Wir glauben, der andere habe dasselbe verstanden. Wir glauben, Klarheit geschaffen zu haben. 

In Wahrheit haben wir häufig nur Informationen übertragen. Klarheit entsteht aber erst dann, wenn beide dieselbe Wirklichkeit vor Augen haben. 

Verantwortung ist niemals das Ergebnis eines Appells 

In vielen Unternehmen wird über Eigenverantwortung gesprochen. Man wünscht sich Mitarbeiter, die mitdenken. Die Entscheidungen treffen. Die Verantwortung übernehmen. Die Dinge sehen, bevor der Chef sie anspricht. Das klingt nachvollziehbar. 

Aber Verantwortung entsteht nicht dadurch, dass wir sie einfordern. Sie entsteht auch nicht dadurch, dass wir häufiger darüber sprechen. Verantwortung ist die Folge eines Systems. 

Menschen übernehmen Verantwortung dann, wenn sie genau wissen, wofür sie verantwortlich sind, welche Entscheidungen sie treffen dürfen, woran ihre Arbeit gemessen wird und welche Informationen ihnen dafür zur Verfügung stehen. 

Fehlt einer dieser Bausteine, entsteht Unsicherheit. Und Unsicherheit hat im Unternehmensalltag immer ähnliche Folgen. 

Es wird häufiger nachgefragt. Entscheidungen werden vertagt. Probleme wandern zurück zum Unternehmer. Oder noch schlimmer: Niemand entscheidet. Von außen sieht das nach fehlender Motivation aus.

In Wirklichkeit handelt es sich häufig um fehlende Orientierung. 

Gerade in inhabergeführten Unternehmen beobachte ich immer wieder, dass Verantwortung unbewusst zurück zum Unternehmer wandert. Nicht, weil Mitarbeiter Verantwortung ablehnen würden, sondern weil nie eindeutig festgelegt wurde, wer sie tatsächlich trägt. 

Ein Satz fällt dabei besonders häufig: „Darum kümmert sich das Team.“ 

Ich glaube nicht an diesen Satz. Ein Team trägt keine Verantwortung. 

Verantwortung trägt immer ein Mensch. Ein Team kann gemeinsam an einer Aufgabe arbeiten. Es kann sich gegenseitig unterstützen, Ideen entwickeln oder Probleme lösen. Aber sobald nicht mehr eindeutig feststeht, wer am Ende die Verantwortung trägt, entsteht ein gefährlicher Raum zwischen Zuständigkeit und Erwartung. 

Dann glaubt jeder, der andere werde sich schon kümmern. Und genau deshalb kümmert sich am Ende oft niemand. 

Warum Unternehmer selbst zum Engpass werden 

Wenn wir über Verantwortung sprechen, richten viele Unternehmer ihren Blick zuerst auf ihre Mitarbeiter. Das ist verständlich. Schließlich erleben sie jeden Tag Situationen, in denen Entscheidungen nicht getroffen werden, Aufgaben liegen bleiben oder Rückfragen auf ihrem Schreibtisch landen. Doch je länger ich Unternehmen begleite, desto häufiger stelle ich fest, dass der eigentliche Engpass häufig an einer ganz anderen Stelle entsteht. 

Beim Unternehmer selbst. 

Das klingt im ersten Moment hart. Schließlich arbeitet kaum jemand so engagiert für das Unternehmen wie der Inhaber. Er investiert Zeit, trägt Verantwortung, denkt an die Zukunft und ist oft der Erste, der kommt, und der Letzte, der geht. Genau deshalb fällt es vielen Unternehmern schwer zu akzeptieren, dass sie ungewollt selbst zum Flaschenhals geworden sind. 

Dabei geschieht das selten bewusst. Es entwickelt sich über Jahre. 

Mit jedem Kundenprojekt, jeder schwierigen Entscheidung und jeder Krise sammelt der Unternehmer Wissen, Erfahrungen und Zusammenhänge. Irgendwann kennt niemand das Unternehmen so gut wie er selbst. Was zunächst ein großer Vorteil ist, entwickelt sich schleichend zu einer gefährlichen Abhängigkeit. Entscheidungen laufen automatisch über seinen Schreibtisch, Mitarbeiter holen sich Sicherheit lieber noch einmal beim Chef, und selbst kleine Themen landen wieder bei der Person, die eigentlich längst an strategischen Fragen arbeiten wollte. 

Das Tragische daran ist: Viele Unternehmer interpretieren dieses Verhalten als Beweis dafür, dass ihre Mitarbeiter keine Verantwortung übernehmen wollen. Tatsächlich übernehmen sie häufig genau die Verantwortung, die ihnen das System erlaubt. 

Ein Unternehmen entwickelt immer die Verantwortungskultur, die seine Strukturen zulassen. Nicht die Kultur, die sich der Unternehmer wünscht. 

Klarheit ist weit mehr als gute Kommunikation 

Wenn ich von Klarheit spreche, meine ich deshalb nicht nur eine bessere Aufgabenbeschreibung oder ausführlichere Gespräche. Klarheit beginnt viel früher. 

Sie beginnt bei der Frage, welche Rolle ein Mensch im Unternehmen eigentlich hat. 

Ich erlebe immer wieder Organisationen, in denen Mitarbeitende zwar eine Stellenbezeichnung besitzen, aber niemand genau erklären kann, welche Entscheidungen sie eigenständig treffen dürfen. Es gibt Aufgabenlisten, aber keine Entscheidungsräume. Es gibt Organigramme, aber keine echte Verantwortungsarchitektur. 

Das führt zu einem Phänomen, das viele Unternehmer kennen. 

Ein Mitarbeiter erkennt ein Problem. Anstatt es zu lösen, fragt er den Unternehmer. Nicht, weil er keine Lösung hätte. Sondern weil er nicht sicher ist, ob er entscheiden darf. 

Aus Sicht des Unternehmers entsteht dadurch das Gefühl, ständig unterbrochen zu werden. Aus Sicht des Mitarbeiters ist dieselbe Situation ein Zeichen von Verantwortungsbewusstsein. Er möchte keinen Fehler machen und sucht deshalb Rückversicherung. 

Beide handeln nachvollziehbar. Und trotzdem entsteht täglich Reibungsverlust. 

Genau deshalb reicht es nicht aus, Verantwortung einzufordern. Verantwortung braucht Orientierung. Menschen müssen wissen, wo ihre Verantwortung beginnt, wo sie endet und an welcher Stelle sie bewusst Unterstützung einholen sollen. 

Diese Klarheit ist keine Kleinigkeit. Sie entscheidet darüber, ob ein Unternehmen jeden Tag ein Stück unabhängiger wird oder immer tiefer in die Inhaberabhängigkeit rutscht. 

Die teuersten Missverständnisse entstehen nicht durch fehlende Kompetenz 

Viele Unternehmer investieren viel Geld in Weiterbildung. Fachseminare, Schulungen und Trainings gehören längst zum Alltag moderner Unternehmen. Das ist wichtig und richtig. 

Doch erstaunlicherweise entstehen die meisten Probleme nicht deshalb, weil Menschen fachlich etwas nicht können. Sie entstehen, weil Menschen unterschiedliche Annahmen treffen. Der Unternehmer glaubt, eine Aufgabe sei eindeutig formuliert. Der Mitarbeiter glaubt, sie richtig verstanden zu haben. 

Erst wenn das Ergebnis vorliegt, wird sichtbar, dass beide über unterschiedliche Dinge gesprochen haben. 

Ich habe irgendwann begonnen, nach einer Aufgabenübergabe nicht mehr zu fragen: „Hast du das verstanden?“ 

Diese Frage ist freundlich gemeint, bringt aber kaum Erkenntnisse. Fast jeder antwortet mit einem Ja. Nicht aus Bosheit, sondern weil Menschen überzeugt sind, verstanden zu haben. 

Heute stelle ich eine andere Frage. 

„Erzähl mir bitte einmal mit deinen eigenen Worten, wie du die Aufgabe verstanden hast.“ 

Diese kleine Veränderung hat meine Gespräche grundlegend verändert. 

Nicht selten stelle ich dabei fest, dass nicht mein Mitarbeiter etwas übersehen hat, sondern ich selbst. Ich habe Informationen vorausgesetzt, Zusammenhänge nicht erklärt oder Erwartungen nur gedacht, aber nie ausgesprochen. 

Seitdem verstehe ich Kommunikation anders. Kommunikation endet nicht dort, wo ich etwas gesagt habe. Sie endet erst dort, wo mein Gegenüber dasselbe verstanden hat wie ich. 

Weniger Meetings sind oft das Ergebnis besserer Strukturen 

An dieser Stelle höre ich häufig den Einwand: „Deshalb machen wir ja regelmäßige Meetings.“ 

Grundsätzlich halte ich den Austausch im Unternehmen für unverzichtbar. Führung lebt vom Dialog. Gleichzeitig beobachte ich, dass viele Besprechungen lediglich Symptome behandeln. 

Es wird immer wieder derselbe Informationsstand hergestellt, weil Informationen keinen festen Ort haben. Entscheidungen werden erneut diskutiert, weil sie nirgends dokumentiert wurden. Zuständigkeiten werden geklärt, obwohl sie längst hätten definiert sein müssen. 

Mit der Zeit entsteht eine Meeting-Kultur, die nicht deshalb notwendig ist, weil das Unternehmen komplex ist, sondern weil Transparenz fehlt. 

Ein gut geführtes CRM-System, klar dokumentierte Prozesse, definierte Verantwortlichkeiten und nachvollziehbare Workflows ersetzen keine Gespräche. Sie verändern jedoch deren Qualität. 

Plötzlich geht es in Besprechungen nicht mehr darum, Informationen nachzuliefern. Stattdessen sprechen Menschen über Entscheidungen, Prioritäten und die Zukunft des Unternehmens. 

Genau dort entsteht unternehmerischer Fortschritt. 

Klarheit ist der erste Schritt in Richtung Unternehmerfreiheit 

Wenn ich heute auf meine eigene Unternehmerlaufbahn zurückblicke, würde ich vieles früher schriftlich festhalten. Ich würde Rollen konsequenter definieren, Verantwortlichkeiten eindeutiger benennen und deutlich häufiger überprüfen, ob mein Gegenüber tatsächlich dasselbe verstanden hat wie ich. 

Nicht, weil ich Kontrolle liebe. Sondern weil Klarheit Freiheit schafft. 

Je klarer ein Unternehmen organisiert ist, desto weniger hängt es vom Wissen einer einzelnen Person ab. Entscheidungen werden dort getroffen, wo sie hingehören. Führungskräfte gewinnen Sicherheit. Mitarbeiter übernehmen Verantwortung, weil sie wissen, dass sie diese Verantwortung auch tragen dürfen. 

Und genau an diesem Punkt beginnt für mich Unternehmerfreiheit. Nicht, wenn der Unternehmer weniger arbeitet. Nicht, wenn er sich aus dem Unternehmen zurückzieht. Sondern dann, wenn das Unternehmen beginnt, eigenständig zu funktionieren. 

Denn ein Unternehmen wird nicht dadurch unabhängig, dass der Unternehmer noch härter arbeitet. Es wird unabhängig, wenn Verantwortung Schritt für Schritt auf viele Schultern verteilt wird. Und dieser Prozess beginnt nicht mit Motivation. Er beginnt mit Klarheit. 

Führung beginnt dort, wo Vermutungen enden 

Wenn ich heute Unternehmen besuche, beobachte ich oft nicht als Erstes die Prozesse oder die Kennzahlen. Ich höre den Gesprächen zu. 

Ich achte darauf, wie Aufgaben übergeben werden. Wie Entscheidungen getroffen werden. Welche Fragen gestellt werden. Und vor allem darauf, welche Annahmen getroffen werden. 

Denn genau dort entscheidet sich häufig, ob ein Unternehmen wächst oder ob es sich Tag für Tag selbst ausbremst. 

Die meisten Unternehmer investieren viel Energie in die Suche nach den richtigen Mitarbeitenden. Sie beschäftigen sich mit Recruiting, Benefits und Arbeitgeberattraktivität. Das alles ist wichtig. Gleichzeitig wird häufig unterschätzt, welchen Einfluss die tägliche Kommunikation auf die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens hat. 

Ein guter Mitarbeiter kann in einem unklaren System kaum sein volles Potenzial entfalten. Umgekehrt entwickeln sich durchschnittliche Mitarbeitende oft erstaunlich positiv, wenn sie plötzlich wissen, welche Verantwortung sie tragen, welche Entscheidungen sie treffen dürfen und woran ihre Arbeit gemessen wird. 

Das ist kein Zufall. Menschen brauchen Orientierung. 

Nicht, weil sie geführt werden müssen wie Kinder. Sondern weil Verantwortung immer einen klaren Rahmen benötigt. Je klarer dieser Rahmen ist, desto weniger Energie fließt in Rückfragen, Missverständnisse oder Absicherungen. Stattdessen entsteht Raum für Eigeninitiative, Mitdenken und unternehmerisches Handeln. 

Unternehmerfreiheit entsteht nicht durch Motivation – sondern durch Klarheit 

Vielleicht fragst du dich jetzt, warum mir dieses Thema so wichtig ist. Die Antwort ist einfach. Weil Klarheit weit mehr verändert als die Zusammenarbeit im Team. Sie entscheidet darüber, wie abhängig dein Unternehmen von dir ist. 

Wenn jede Entscheidung über deinen Schreibtisch läuft, wenn Wissen fast ausschließlich in deinem Kopf steckt und wenn Mitarbeitende bei jeder Unsicherheit auf deine Rückmeldung warten, dann bist du längst zum wichtigsten Systembestandteil deines Unternehmens geworden. 

Viele sehen das als Zeichen von Verantwortung. Ich sehe darin vor allem ein Risiko. 

Denn was passiert, wenn du krank wirst? Wenn du dir eine Auszeit nehmen möchtest? Wenn du ein neues Geschäftsfeld aufbauen willst oder einfach einmal zwei Wochen wirklich Urlaub machen möchtest? 

Ein Unternehmen, das nur funktioniert, solange der Unternehmer permanent verfügbar ist, gibt Sicherheit vor – tatsächlich ist es aber verletzlich. 

Genau deshalb ist Klarheit für mich kein Kommunikationsthema. Sie ist ein strategischer Erfolgsfaktor. Sie entscheidet darüber, ob Verantwortung wachsen kann. Ob Führung entstehen kann. Ob Menschen sich entwickeln. Und letztlich auch darüber, ob dein Unternehmen unabhängiger von dir wird. 

Drei Fragen, die ich heute häufiger stelle als früher 

Über die Jahre habe ich mir angewöhnt, weniger Antworten zu geben und dafür bessere Fragen zu stellen. 

Drei davon begleiten mich bis heute in nahezu jedem Unternehmen. 

„Erzähl mir bitte einmal mit deinen eigenen Worten, wie du die Aufgabe verstanden hast.“ 

Diese Frage zeigt mir innerhalb weniger Minuten, ob wir wirklich über dieselbe Aufgabe sprechen oder ob ich unbewusst wichtige Informationen vorausgesetzt habe. 

„Welche Informationen fehlen dir noch, um diese Entscheidung eigenständig treffen zu können?“ 

Nicht selten lautet die Antwort: „Eigentlich nur eine Kleinigkeit.“ Genau diese Kleinigkeit entscheidet jedoch häufig darüber, ob jemand Verantwortung übernimmt oder wieder zum Unternehmer zurückkommt. 

„Woran erkennst du selbst, dass diese Aufgabe erfolgreich erledigt ist?“ 

Diese Frage schafft etwas, das in vielen Unternehmen fehlt: ein gemeinsames Verständnis von Erfolg. Erst wenn beide Seiten dasselbe Zielbild vor Augen haben, kann Verantwortung wirklich entstehen. 

Diese drei Fragen kosten nur wenige Minuten. Sie sparen jedoch oft Stunden an Rückfragen, Missverständnissen und Nacharbeit. 

Mein Fazit 

Wenn ich heute an den Unternehmer zurückdenke, der damals frustriert allein im Büro saß und über mangelnde Motivation seiner Mitarbeitenden schimpfte, muss ich manchmal schmunzeln. Nicht, weil die Situation lustig gewesen wäre. Sondern weil ich heute weiß, dass ich damals die falsche Ursache gesucht habe. Ich wollte motiviertere Mitarbeitende. Eigentlich brauchte ich mehr Klarheit. 

Diese Erkenntnis hat meine Art zu führen verändert. Und sie verändert bis heute die Unternehmen, mit denen ich arbeite. Denn Verantwortung entsteht nicht durch Druck. Nicht durch Kontrolle. Und auch nicht durch Motivation allein. 

Sie entsteht dort, wo Menschen verstehen, welche Rolle sie haben, welche Entscheidungen sie treffen dürfen und welchen Beitrag sie zum gemeinsamen Ziel leisten. 

Deshalb begleitet mich heute ein Satz, den ich früher vermutlich unterschätzt hätte: 

Motivation ist ein Gefühl. Klarheit ist eine Struktur. 

Gefühle verändern sich. Strukturen tragen Unternehmen. 

Und vielleicht ist genau das der wichtigste Schritt auf dem Weg zu einem Unternehmen, das nicht mehr von einer einzigen Person abhängt. Denn Unternehmerfreiheit beginnt nicht erst dann, wenn du weniger arbeitest. Sie beginnt in dem Moment, in dem Verantwortung nicht mehr zufällig entsteht, sondern bewusst organisiert wird. 

Häufig gestellte Fragen (FAQ) 

Warum übernehmen Mitarbeiter häufig keine Verantwortung? 

In vielen Fällen liegt die Ursache nicht in mangelnder Motivation, sondern in fehlender Klarheit. Wenn Rollen, Zuständigkeiten, Entscheidungsräume oder Ziele unklar sind, vermeiden Menschen verständlicherweise eigenständige Entscheidungen. 

Welche Rolle spielt Klarheit in der Mitarbeiterführung? 

Klarheit schafft Orientierung. Mitarbeitende können nur dann Verantwortung übernehmen, wenn sie wissen, was von ihnen erwartet wird, welche Entscheidungen sie treffen dürfen und woran Erfolg gemessen wird. 

Wie erkenne ich, dass in meinem Unternehmen Klarheit fehlt? 

Typische Anzeichen sind viele Rückfragen, Doppelarbeit, Missverständnisse, verzögerte Entscheidungen, häufige Eskalationen und die Tatsache, dass der Unternehmer ständig in operative Themen eingebunden wird. 

Warum werden Unternehmer selbst zum Engpass? 

Oft sammeln sich Wissen, Entscheidungen und Verantwortung über Jahre beim Inhaber. Dadurch entsteht eine starke Personenabhängigkeit. Mitarbeitende gewöhnen sich daran, wichtige Entscheidungen zurück an den Unternehmer zu geben. 

Wie kann ich Verantwortung im Unternehmen fördern? 

Verantwortung wächst durch klare Rollen, definierte Entscheidungsräume, transparente Prozesse und regelmäßigen Abgleich des gemeinsamen Verständnisses. Nicht Appelle, sondern gute Strukturen schaffen Eigenverantwortung. 

Was hat Klarheit mit Unternehmerfreiheit zu tun? 

Je klarer Verantwortlichkeiten, Prozesse und Entscheidungswege geregelt sind, desto unabhängiger funktioniert das Unternehmen vom Unternehmer. Das schafft Freiräume für Strategie, Wachstum und persönliche Lebensqualität. 

Reichen regelmäßige Meetings aus, um Klarheit zu schaffen? 

Nein. Meetings sind wichtig, ersetzen aber keine sauberen Strukturen. Transparente Prozesse, dokumentierte Informationen und klare Verantwortlichkeiten sorgen dafür, dass Gespräche produktiver werden und sich auf Entscheidungen statt auf Informationsbeschaffung konzentrieren. 

Warum ist Motivation allein nicht ausreichend? 

Motivation ist wichtig, aber sie ersetzt keine Orientierung. Selbst hoch motivierte Mitarbeitende treffen schlechtere Entscheidungen, wenn Ziele, Rollen oder Entscheidungsbefugnisse unklar sind. 

Zusammenfassung 

Wenn Unternehmer über mangelnde Motivation klagen, lohnt sich fast immer ein genauerer Blick. Häufig steckt dahinter kein Motivationsproblem, sondern ein Klarheitsproblem. Klare Rollen, eindeutige Verantwortlichkeiten und transparente Entscheidungswege schaffen die Grundlage dafür, dass Mitarbeitende Verantwortung übernehmen und Unternehmen unabhängiger vom Inhaber funktionieren. Genau hier beginnt nachhaltige Unternehmerfreiheit. 

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Von operativer Abhängigkeit zur unternehmerischen Freiheit – Dank klarer Strukturen und Selbstführung

Nico Lindner von VBA Events

Herausforderung

Im Oktober 2022 wurde Nico während eines beruflichen Webinars zum Thema „Berufliche und persönliche Zukunftsgestaltung” auf unsere Unternehmensberatung aufmerksam. Zu diesem Zeitpunkt suchte er nach Antworten auf Fragen zu:

  • langfristigen Zielen, 
  • Unternehmensnachfolge und 
  • der finanziellen Absicherung.


Er spürte Veränderungen in der aktuellen wirtschaftlichen Lage, war sich seiner gesundheitlichen Risiken bewusst und wollte Klarheit schaffen.

Im Januar 2023 begannen wir unsere Zusammenarbeit mit einer gründlichen Bestandsaufnahme von Nicos Leben, seinem Unternehmen und seinen Mitarbeitern. 

Die Herausforderung bestand darin, klare Ziele für die kurz-, mittel- und langfristige Zukunft zu formulieren. Basierend auf dieser Analyse entwickelten wir einen umfassenden Handlungs- und Strategieplan für die nächsten 9 bis 12 Monate.

Lösungen

Strukturaufbau und Klarheit

Wir konzentrierten uns darauf, notwendige Strukturen und Systeme für Nicos Ziele zu schaffen. 

Dies beinhaltete:

  • die Schaffung klarer organisatorischer Abläufe
  • Transparenz 
  • Kommunikationsregeln 
  • die Identität des Unternehmens zu definieren
  • die angebotenen Leistungen zu klären
  • den Mehrwert für Kunden zu ermitteln
  • klare Verantwortlichkeiten und Vertretungen auf das gesamte Team festzulegen. 

Führungskompetenzen und Kommunikation

Um Nicos Vision erfolgreich umzusetzen, war es entscheidend, das Führungspersonal in den erforderlichen Fähigkeiten auszubilden. 

Wir legten besonderen Wert auf effektive Kommunikation und Mitarbeiterführung. Damit war sichergestellt, dass die Teams sich wohlfühlten und die Unternehmensleitung Vertrauen in den reibungslosen Ablauf hatte. 

Wir förderten die Selbstführung und die Fähigkeit zur Planung bei Nico und seinen Mitarbeitern. 

Dies schuf eine klare Ausrichtung und Identifikation mit dem gemeinsamen großen Ziel.

Ergebnisse

Die bisherigen Ergebnisse zeigten eine beeindruckende Transformation. 

Wir haben erfolgreich an der Entwicklung und Umsetzung eines Strategie- und Zielplans gearbeitet. 

Jetzt funktionieren Nicos unternehmerische Prozesse auch ohne seine direkte Intervention. 

Dies ermöglicht es ihm, sich stärker auf das Networking, die Präsentation und die Entwicklung neuer Ideen zu konzentrieren – seine Schlüsselkompetenzen..

Fazit und Zukunftsausblick

Die Fallstudie von Nico Lindner unterstreicht die Bedeutung einer 

  • klaren strategischen Ausrichtung, einer
  • organisatorischen Klarheit und der
  • kontinuierliche Verbesserung von Führungskompetenzen. 

Diese Elemente haben Nico geholfen, seine Zukunft zu gestalten und sein Unternehmen erfolgreich zu transformieren. 

Es ist das Ergebnis einer engagierten Zusammenarbeit und einer klaren Vision für die Zukunft.

15 % Umsatzwachstum durch transformative Führung

Ausgangslage

Gerald Heerdegen mit über 20 Jahren Unternehmer Erfahrung ist seit Jahrzehnten als einziger Fahnenhersteller in Österreich Innovationsführer und arbeitet kontinuierlich an der Weiter­entwicklung von Produkten und Prozessen.

Sein Unternehmen setzt Maßstäbe im Bereich Nachhaltigkeit und Mitarbeiterwohl. Dies zeigt sich z. B. anhand einer firmeneigenen Küche, die Zutaten aus dem eigenen Garten bezieht, einem Betriebskindergarten und umfassenden Gesundheitsvorsorgemaßnahmen. 

Herausforderung:

Trotz starker Basis sah Gerald sich mit erheblichen persönlichen und beruflichen Herausforderungen konfrontiert. Er fühlte sich am Rande eines Burnouts und stand unter dem Druck, das Unternehmen durch eine schwierige wirtschaftliche Lage zu führen und gleichzeitig die Übergabe an die nächste Generation zu planen.

Gerald benötigte Unterstützung, um Klarheit und Struktur in seine Vision für das Unternehmen zu bringen und seinen anhaltenden Erfolg zu sichern. 

Lösung:

Gemeinsam initiierten wir eine Reihe von Workshops, um diese Herausforderungen anzugehen. 

Der Fokus lag auf Identifizierung und Priorisierung von kritischen Aufgaben. Die Teamarbeit wurde auf Umsatzgenerierung ausgerichtet und auf effektives Management laufender Projekte. 

Wichtige Beobachtungen waren:

  • Zahlreiche unvollständige Projekte überforderten das Personal.
  • Mitarbeiter waren demoralisiert durch den ständigen Zustrom neuer Projekte.
  • Entscheidungsprozesse wurden durch Geralds direkte Beteiligung verlangsamt.
  • Mitarbeiter wurden nicht ausreichend dazu befähigt, eigenständig Verbesserungsprozesse zu initiieren.

Der strategische Ansatz umfasste:

  • Priorisierung der Aufgaben und Fokussierung auf sofort umsatzrelevante Aktivitäten.
  • Straffung des Projektmanagements zur Vermeidung von Überlastung des Personals.
  • Förderung autonomer Entscheidungsfindung bei den Mitarbeitern.
  • Reduktion von Geralds direkter Einbindung in tägliche Abläufe, um Entscheidungsstaus zu vermeiden.

Umsetzung:

Innerhalb von drei Monaten setzen wir signifikante Änderungen um:

  • Neuausrichtung des Teams zur Sicherstellung, dass kritische Aufgaben abgeschlossen wurden.
  • Verschiebung von nicht essentiellen Projekten und Trainingsprogrammen. 
  • Reduzierung der externen Verpflichtungen des Geschäftsführers um 75%.
  • Konzentration des Geschäftsführers auf die strategische Führung.

Ergebnisse:

Die Transformation zeigte beeindruckende Ergebnisse:

  • Erhöhte Teamfokussierung und -moral
  • Verbesserte Entscheidungsprozesse
  • Ein Umsatzplus von 15%

Wir etablierten eine nachhaltige Wachstumsstrategie, die das Unternehmen auf zukünftige technologische Entwicklungen und Markterweiterungen vorbereitet.

Fazit:

Durch den strukturierten und fokussierten Ansatz gelang es Gerald mit unserer Zusammenarbeit, das Unternehmen erfolgreich durch diese herausfordernde Phase zu führen. Jetzt steht sein Unternehmen auf einer soliden Basis für zukünftiges Wachstum und Nachhaltigkeit. 

Das Unternehmen ist nun hervorragend aufgestellt, um unter neuer, dynamischer Führung weiter zu florieren und sich flexibel an die wandelnden Anforderungen der Branche anzupassen.

Was Gerald über die Zusammenarbeit sagt:

“Die Zusammenarbeit mit Dirk hat mir in den letzten Monaten sehr geholfen meinen beruflichen und persönlichen Zielen als Unternehmer näherzukommen. Die individuelle Begleitung, das Erarbeiten der Kernthemen, die sehr unkomplizierte und bedarfsgerechte Unterstützung und eine Arbeit auf Augenhöhe mit Handschlagqualität begeistern mich. Ich traue mich nach ca. 8 Monaten Zusammenarbeit zu sagen, dass Dirk mich als Unternehmer und mein Unternehmen FAHNENGÄRTNER einen großen Schritt weiterbringt und dabei zu 100% auf die Vorortsituation, unsere Vision und Leitlinien und auch auf die Mitarbeiter eingeht. Kein übergestülptes Programm sondern ein schrittweises Vorgehen. Gerade das ist in der heutigen Zeit sehr wichtig, weil sich der Markt gerade enorm und rasch verändert. Dirk ist ein Unternehmerberater, der den Unternehmer talentorientiert coacht und dabei unterstützt aus dem Hamsterrad der Geschäftigkeit auszusteigen, effizienter und effektiver zu arbeiten und seine Ziele zu erreichen.”
Gerald Herdeegen
Inhaber & Geschäftsführer Fahnen-Gärtner GmbH